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  • Klaus Kuenen

Online Reputation Management: ein persönlicher Erfahrungsbericht im e-commerce Magazin

Aktualisiert: 15. Feb.

Über die Entdeckung des Online Reputation Management

Online Reputation: ein Resumé: 2 Jahre später, veröffentlicht im e-commerce Magazin 10/12

Vor zwei Jahren habe ich mich erstmals mit meiner Online Reputation beschäftigt.


Jetzt, zwei Jahre später, kann ich sagen, dass sich das Thema Online Reputation für mich auf zwei Ebenen abgespielt hat, einmal auf der rein fachlichen und einmal auf der Ebene der persönlichen Weiterentwicklung. Die erste Ebene, ein etwas differenzierteres Bild vom mir im Web zu schaffen, liess sich relativ einfach damit erreichen, dass ich Artikel unter meinem Namen im Web veröffentlicht habe.

Spannender und auf längere Sicht fordernder und fördernder war die zweite Ebene, die persönliche Weiterentwicklung: Was will ich beruflich erreichen? Ein Burnout bedeutet für mich die kontinuierliche Leugnung der persönlichen inneren Werte und Kompetenzen. Gerade in der Online-Branche kommt man schon auf Grund der vielen Neuerungen an den Punkt, dass man der Dynamik der Branche nicht mehr standhalten kann und alles zu viel wird – überrollt von den Neuerungen und Inhalten. Dies für mich herauszuarbeiten war für mich ein langer, fast sechs Monate dauernder Prozess. Dank des im Rahmen des Web Reputation Management-Prozesses angebotenen Coachings konnte ich mich „häuten“ und habe für mich eine Art persönlicher Corporate Identity entwickelt. Mittlerweile habe ich für mich festgelegt, auf welchen Blogs und in welchen Foren ich aktiv bin, welche Inhalte ich publik mache und dieses Online-Bild  passt zu mir beruflich wie privat.


Warum Online Reputation Management?

Eine komfortable Situation: seit über 17 Jahren in der spannendsten Branche der Welt unterwegs. Einige Startups erlebt und seit einigen Jahren für eines der größten deutschen Unternehmen tätig. Viele Kollegen würden das sicher und komfortabel nennen, bei mir stellte sich auch die Frage: „wie und wohin könnte es weitergehen“. Über so eine Frage kann man Tage und Wochen nachdenken. Und sie im täglichen Onlinemarketing auch gerne mal hinten anstellen.So beschäftigte mich diese Frage tatsächlich viel länger als ein paar Tage oder Wochen. Durch die immense Dynamik, die dieser Branche eigen ist, hatte ich oft das Gefühl, aha: da geht es weiter, um dann am Ende festzustellen, dass sich zwar tatsächlich um mich herum vieles gedreht hatte, ich mich aber immer noch nahezu am selben Platz befand. Aber wo war der eigentlich genau? Wo und wie wurde ich in diesem Kosmos Online Branche wahrgenommen?

Es war am letzten Tage der Fachmesse dmexco in Köln 2010. Auf den meisten Messeständen wurde schon eingepackt und ich saß zusammen mit Melanie Vogelbacher und einem Kaffee auf der Galerie. Gemeinsam schauten wir dem aktuellen Treiben der Online Branche zu. „Da werde ich dir in einigen Wochen helfen können“, meinte sie, nachdem ich ihr von meinen Fragen und Überlegungen erzählt hatte, die mich umtrieben.


So begann mein Online Reputation Management in Zusammenarbeit mit Reputeer.

„Was muss ich tun“ fragte ich nachdem wir das Thema zu Beginn des Jahres 2010 wieder aufnahmen, „Das Angebot unterschreiben, dass ich dir machen werde“, war ihre Antwort. Klar, aber was machen wir dann eigentlich? Die Vorgehensweise ist schnell skizziert: im ersten Schritt analysiert Reputeer quasi den ist-Zustand der eigenen Reputation und Persönlichkeit im Internet.

  1. welche Verbindung des Namens mit welchen Keywords gibt es?

  2. in welcher Häufigkeit?

  3. mit welchen Personen, Unternehmen, Schlagzeilen ist man in Kontakt?

 Erster Schritt

Wer ist man eigentlich? Oder wie sieht das Ziel Bild aus?

Dazu wurde Dossier zur aktuellen Online Reputation erstellt. Dies ist praktisch die Aufnahme des Istzustandes der eigenen Person im Netz. Dieses Dossier beschreibt unter anderem die Datenherkunft, also wo und in welchen Systemen bestehen Konten und welche Einträge finden sich auf diesen Konten. Dazu zählen unter anderem persönliche Webseiten, Facebook, twitter, Xing, Linkedin usw.

Wichtig außerdem, von wem stammen diese Einträge? Sind sie selbst verfasst oder stammen sie von Dritten und wie hoch ist dieser Anteil? Es wird auch der Frage nachgegangen, ob Verwechslungsgefahr besteht. Gibt es Namens Vettern? Ein weiterer wichtiger Punkt: in welchen Themenwelten bewege ich mich? Mit welchen Keywords wird mein Name in Verbindung gebracht? Wichtiges Thema für alle Facebook Nutzer der ersten Stunde: gibt es Fotos von mir und wie werde ich auf diesen Fotos dargestellt in welchen Situationen befinde ich mich?

Alle diese Informationen führen zu einem Gesamtbild, das verdeutlicht, auf welchem Niveau ich im Netz aktiv bin.

Reputeer verwendet hierzu eine Einteilung der Reputation in fünf Stufen, bei der ich mich dann auf der Schwelle zur vierten Stufe wieder fand. Nicht so schlecht für den Anfang, aber natürlich mit Potenzial nach oben. Ein weiteres Bild, das sich aus diesen Informationen ergab zeigt, in welchen Themenwelten, wie zum Beispiel, Karriere, Familie, Hobbies usw. man sich bewegt. Diese Auswertung ergab bei mir naturgemäß eine sehr einseitige Gewichtung auf die Themenwelt Karriere. Dies ist erst mal nur eine Feststellung, es bleibt die Frage, ob diese einseitige Gewichtung gewünscht ist, oder gegebenenfalls in andere Richtungen ausgeweitet wird.

Das Dossier wird abgerundet von einer Zusammenfassung und von kurz und mittelfristigen Handlungsempfehlungen, sowie einigen Fragen hinsichtlich der Präsenz in bestimmten Netzwerken. Kurzfristige Handlungsempfehlungen waren zum Beispiel das Aktualisieren einer Adresse in einem fast vergessenen Forum. Erfreulicherweise gab es keine gravierenden Fehler, die meiner Reputation ernsthaft geschadet hätte.

Jetzt kannte ich also die Außenwahrnehmung meiner Selbst im Netz. Darauf basierend sollte im nächsten Schritt festgelegt werden, welche operativen Schritte nötig sind, um die Wahrnehmung eines gewünschten Zielbildes zu ermöglichen.


Kommunikation

An diesem Punkt erinnerte ich mich an mein Kommunikationsstudium. Denn die Frage nach dem gewünschten Ziel Bild beinhaltet ja viel mehr, als nur die Beantwortung der Frage, mit welchem Foto, oder mit welchen Keywords ich demnächst in Verbindung gebracht werden möchte.

Es geht hier um nicht mehr oder weniger, als die Darstellung, die Visualisierung der eigenen Identität. Bei Unternehmen würde man sagen der Corporate Identity.

Als einer der ersten formulierte Roman Antonoff in seinen Schriften bereits in den achtziger Jahren, wie persönlich die Identität ist und, im Idealfall, aus dem Wesenskern eines Unternehmens heraus entwickelt und nach außen dargestellt wird. „Menschen brauchen Sinn zum Leben. Corporate Identity erklärt den Sinn der Arbeit, der Produkte, die Ziele des Unternehmens“. Roman Antonoff

„Corporate Identity kennzeichnet …die Persönlichkeit eines Unternehmens mit einem von innen nach außen heraustretenden Selbstverständnis, basierend auf einem Handlungskonzept für ein sichtbar gelebtes Wertesystem, oder den Aufbau einer ausgeprägten Unternehmenskultur.“ Helmut Schmitt-Siegel: Unternehmenskultur – Ein Weg zum Markterfolg. Blick durch die Wirtschaft, Frankfurt a.M., 1990,


Geht es beispielsweise um die Gestaltung eines Signets oder eines Firmenlogo, werden Designer nach Attributen und Adjektiven fragen, die es zu visualisieren gilt. Antonoff ging so weit zu fordern, dass Unternehmensidentität immer aus den Mitarbeitern und Angestellten eines Unternehmens entwickelt wird. Ein sicherlich ambitioniertes Vorhaben .Auf der anderen Seite konnten wir in den letzten Jahrzehnten sehr deutlich beobachten, wie immer mehr Unternehmen ein entwickeltes CI nutzen, ihre Marke mit bestimmten Eigenschaften aufzuladen und diese Eigenschaften auf die Produkte des Unternehmens zu transferieren.

Und nun lautete also die gestellte Aufgabe: Entwickele dein eigenes CI. Habe ich da in den Vorlesungen gut zugehört? Das bedeutet, dass ich nicht etwa von einem gewünschten Ziel Bild ausgehe, um dann rückwirkend meine Intentionen zu kennen, sondern umgekehrt, mir erst mal meinen eigenen Wertekanon bewusst machen muss.


Zweiter Schritt: Werte und Kompetenzen

An diesem Punkt hieß es „kleine Pause für Reputeer „und Start der Zusammenarbeit mit einem assoziierten Unternehmen, der Pape Consulting Group AG. Die Pape Consulting ist eine Personalberatung, die in Zusammenarbeit mit Reputeer ein Coaching zum Reputations Management anbietet. Hier traf ich auf Herrn Rohrmeier, der mit mir in den folgenden Wochen diese Aufgabe anging. Gemeinsam entwickelten wir, in einer Art Lebensanalyse, meine Werte und Kompetenzen.

Nun fällt es einem bekanntermaßen nicht schwer, auf die Frage: „was ist Ihnen wichtig „Antwort zu geben, doch darum geht es bei einer Analyse der persönlichen Werte im ersten Schritt noch nicht. Viel mehr ist die Auseinandersetzung mit Begriffen zu Werten im ersten Moment ungewohnt. Denn schließlich entspricht es oft dem eigenen Selbstverständnis, diesen Wertekanon bereits in sich zu tragen. Das ist richtig und das ist auch genau das Problem, denn „Werte haben“ bedeutet nicht automatisch, sich dieser Werte bewusst zu sein. Die intensive Auseinandersetzung damit führte schließlich zu einem reflektierten und bewusst abgestimmten Wertekanon, also der Anordnung vom Werten in einer Skala von „sehr wichtig“ bis „nicht wichtig“.

Neben der klaren Formulierung der sehr wichtigen, eigenen inneren Werte zur Gestaltung der Corporate Identity, ergab sich für mich persönlich auch noch ein Effekt, der sich wohl am besten mit“ Zufriedenheit im Job „beschreiben lässt. Wir haben im Rahmen unserer Gespräche einige Male das Thema „Burnout“ diskutiert. Durch die gleichzeitige, intensive Beschäftigung mit dem Thema „Werte“, ist meine These dazu: ein Burn- out entsteht durch die nachhaltige Missachtung der eigenen, inneren Werte und das konsequente Überschreiten der eigenen Kompetenzen.

Eine ähnliche Vorgehensweise wurde bei der Bearbeitung der Fragestellung zu den Kompetenzen eingeschlagen. Hierbei ging es um die Zusammenstellung, der im Laufe des Lebens erworbenen Kompetenzen und der Zuordnung in die beiden Gruppen „Sehr kompetent“ und „Kompetent“. Weiterhin um das Erkennen von Kompetenzen, die nicht genügend entwickelt sind. Innerhalb dieser Gruppe ist zu unterscheiden, ob Handlungsbedarf besteht, oder nicht.

Das Coaching umfasste noch einige weitere Verfahren zur Persönlichkeitsbeschreibung, an dieser Stelle beschränke ich mich auf die beiden Punkte“ Werte und Kompetenzen.“

In den folgenden Diskussionen ging es um die Fragen:

  1. Mit welchen beruflichen Aktivitäten werden bisher die, als wichtig erkannten, Werte befriedigt und wo bestehen Defizite?

  2. Mit welchen Aktivitäten können diese Defizite ausgeglichen werden?

  3. Oder-etwas prosaischer“-Wie sieht der Strauß an Aktivitäten aus, um die Lebensebene Beruf zufrieden stellend und befriedigend zu gestalten?“

Basierend auf allen gewonnenen Informationen, erfolgte der vorerst letzte Schritt im Coaching: Die finale Entscheidung über die grundsätzliche Karriere Ausrichtung, so dass die entsprechenden, unterstützenden Maßnahmen gestartet werden können.

Ein Auszug aus all diesen Unterlagen wurde schließlich an Reputeer übergeben, um mit dem dritten Schritt, der praktische Umsetzung des Online Reputation Management, zu beginnen.


Dritter Schritt: Die praktische Umsetzung – Online Reputation Management

Mit den Erkenntnissen aus dem Coaching im Gepäck, erarbeitete ich mit Reputeer eine Strategie zur Umsetzung. Wichtiger erster Schritt dabei, die Priorisierung der Begriffe und Keywords, die im Coaching erarbeitet wurden, praktisch als Guideline für das gesamte weitere Vorgehen. Wir entschieden uns, meine eigene Webseite als Basis für alle weiteren Online Aktivitäten aufzubauen. Parallel dazu, sollte ein adäquates Profil in Facebook eingerichtet werden. Beide Seiten werden zukünftig als Content Träger eingesetzt.

Für die Webseite bedeutete das natürlich: Relaunch!

Wer eine eigene persönliche Webseite online hat, wird jetzt eine Ahnung davon bekommen mit welchen Befürchtungen ich mich konfrontiert sah. Es ist wohl Nichts schwieriger, als über sich selber zu schreiben und das dann auch noch in eine komplette Webseite zu packen. Zu meinem großen Erstaunen ging bereits aufgrund der geleisteten Vorarbeiten und getroffenen Entscheidungen diesmal überraschend schnell. Die Struktur -, oft das Schwierigste bei der Gestaltung einer Webseite,- war durch die Auswahl und Priorisierung von Werten und Kompetenzen praktisch schon vorgegeben. Auch Begrifflichkeiten und Überschriften ließen sich direkt übernehmen.

Nachdem das neue Template und Design ausgewählt war, konnte der „alte“ Content von meiner bisherigen Webseite übernommen und innerhalb der neuen Struktur direkt zugeordnet werden.

Einen ähnlichen Effekt stellten wir beim Aufbau des Facebook Profils fest. Auch hier war, durch die Vorarbeit, ein Großteil der Arbeit bereits getan. Natürlich hat jedes Netzwerk seine Besonderheiten, und so habe ich mir für diese Aufgabe zusätzlich die Expertise der Marknetix GmbH, Köln gesichert.

Innerhalb kürzester Zeit und mit vergleichsweise wenig Abstimmungsaufwand wurde mein Profil bei Facebook online gestellt. Bei den Arbeiten an der Website und am Facebook Profil hatte ich natürlich weiterhin jederzeit die Unterstützung von Reputeer. Bereits zu Beginn der Umsetzung gab es Vorschläge zum Design und zum Aufbau der Seite. Während der Umsetzungsphase waren die zahlreichen und schnellen Feedbacks besonders hilfreich. Die Koordination zwischen Reputeer und Marknetix lief jederzeit professionell und unkompliziert.

Auch Herr Rohrmeier von Pape Consulting, der mich durch das Coaching begleitet hatte, war mit im Boot und lieferte wertvolle Hinweise, auch in dieser Phase der Umsetzung. Für die Abbildung des Lebenslaufs bietet sich in Deutschland das Xing Netzwerk an, die internationalere Plattform Linkedin wird entsprechend mit einer englischsprachigen Version gepflegt.

Hier erarbeitete ich mit Marknetix eine Struktur meines Contents, der nun schrittweise in diesen Netzwerken umgesetzt wird.


Fazit:

“ Wohin könnte es weitergehen und wie?“. Das war die Frage, mit der zu Beginn des Jahres 2010 alles begann. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Vorstellung vom „wohin“ und nur eine vage Ahnung vom „wie“.

Mit der bestmöglichen Unterstützung konnte ich im letzten Jahr beide Fragen beantworten. Und auch die Frage an Melanie Vogelbacher: „was muss ich tun?“, ist nicht nur beantwortet, mittlerweile habe ich auch die Rechnung beglichen.

Online Reputations Management mit professionellen Partnern macht Spaß. Alle notwendigen Schritte sind koordiniert und gut miteinander abgestimmt. Die Vorgehensweise ist professionell fundiert und kratzt nicht nur an der Oberfläche.

Die Feedbacks in der Phase der Umsetzung sind kreativ und zeugen von hohem Sachverstand.

Was jetzt noch ansteht, ist die Entwicklung um Umsetzung einer Strategie zur Positionierung des Contents, außerhalb meiner Website. Hier diskutieren wir aktuell die Auswahl der Medien und Verlage. Ich bin sicher, dass wir auch bei diesem, vorläufig letzten, Punkt in der Zusammenarbeit zu entsprechend professionellen Ergebnissen kommen.

Erste Schritte sind aber auch hier bereits getan und ich bin hochzufrieden beim „wohin könnte es weitergehen“.

Kuenen 01.2012

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