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Designthinking und das kölsche Grundgesetz

Zum Start des Karnevals, einige Gedanken zum Zusammenhang zwischen Designthinking in der Praxis und dem „Kölschen Grundgesetz“.

Zugegeben – nicht ganz ernst gemeint und es fehlen auch noch einige Paragrafen. Aber auffällig ist das schon…

§1 Et es wie et es (Es ist, wie es ist: Sieh den Tatsachen ins Auge)

Das sind nun mal die Mitarbeiter des Unternehmens. Stand im Handbuch für Design Thinking Workshops nicht: Die Teilnehmer die da sind, sind immer genau die richtigen? Nun, dass sind sie sicher. Schließlich geht es um die Entwicklung des Unternehmens, in dem sie arbeiten. Was meinen Sie? Könnte der Input durch externe oder sogar fachfremde Gäste nicht eine Bereicherung darstellen?

§5 Et bliev nix wie et wor (Nichts bleibt, wie es war: Sei offen für Neuerungen)

Design Thinking Workshop als Alibi Veranstaltung. Eigentlich ist die Lösung für ein Problem bereits formuliert. Aber man das ja durch einen neumodischen Design Thinking Workshop überprüfen lassen. Das motiviert auch die Mitarbeiter. Ist nicht das Gegenteil ist der Fall? Gibt es demotivierenderes als in seinem Engagement, seiner Kreativität und seiner Handlungsbereitschaft ausgebremst zu werden? Ja sogar zu realisieren, wie diese Eigenschaften missbraucht werden?

§6 Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet (Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit: Sei kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen)

Gut, dann veranstalten wir mal einen Design Thinking Workshop. Ein spezieller Design Thinking Raum? Viel zu aufwändig…wir nehmen einfach den Besprechungsraum. Da kann man auch gut zwischendurch mal eben ins Büro gehen und seine Emails checken. Und diese komischen Stehtische, ohne Stühle – viel zu unbequem, die Tische am besten wie immer in U-Form. Dann ist auch Platz für die Notebooks. Dann noch eine kurze Einführung mit PowerPoint. Ja, als Moderator wollen wir natürlich unsere Leistung erbringen und wenn die formalen Design Thinking Workshop Zutaten eben nicht vorhanden sind, naja, wird schon gehen. Aber…

§7 Wat wellste maache (Was willst Du machen?: Füge Dich Deinem Schicksal)

… ist Workshop wirklich gleich Workshop? Ist es im Sinne eines erfolgreichen Design Thinking Workshop nicht hilfreicher, sich hier klar zu positionieren und auf notwendige Rahmenbedingungen zu bestehen? Schließlich geht es um die Entfaltung des kreativen Potentials und dabei spielen die Rahmenbedingungen sicher eine ganz wesentliche Rolle.

§10 Drinkste eine met? (Trinkst Du einen mit?: Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach)

Am Ende des Workshops klopfen sich alle auf die Schulter: ist doch gut gelaufen. Tatsächlich wird sich das erst noch herausstellen, denn jetzt beginnt in den meisten Fällen die eigentliche Arbeit: die Umsetzung in bestehenden Strukturen und Prozessen des Unternehmens. Und damit sind wir bei

§9: Wat soll dä Quatsch?  (Was soll der Quatsch?) Stelle immer die Universalfrage.

Denn nun werden die im Workshop entwickelten Ideen in das bestehende kulturelle Umfeld gebracht. Hier werden sie auf einzelne Abteilungen verteilt und treffen dort auf das bestehende Tagesgeschäft, wo sie wahrscheinlich einfach nur mehr Arbeit machen und auf entsprechend verhaltene Gegenliebe stoßen.

 

ToDo: Zugegeben, einige Paragrafen fehlen noch – Wem fällt denn noch was passendes zu diesen Paragrafen ein?:

§2 Et kütt, wie et kütt (Es kommt, wie es kommt: Habe keine Angst vor der Zukunft)

§3 Et hätt noch immer jot jejange (Es ist noch immer gut gegangen: Es gibt eine Vorsehung und gegen die kann man eh nichts machen.)

§4 Wat fott es, es fott (Was weg ist, ist weg: Jammere den Dingen nicht nach)

 

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